»Größres mag sich anderswo begeben,
als bei uns in unserm kleinen Leben.«
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Heute schon panaschiert?

Donnerstag
04.06.
2009
Wahlunterlagen
Heute habe ich meine Breifwahlunterlagen zur Post gebracht. Der Wahlhelfer, der den Stimmzettel der Kommunalwahl auslesen darf wird sich bedanken: ich habe die volle Möglichkeit des kommulieren und panaschieren ausgereizt. Als Stuttgarter hatte ich hierzu 60 Stimmen zur Verfügung, da der Gemeinderat hier aus 60 Stadträten besteht. Es galt also 60 Stimmen zu verteilen. Im Grunde genommen ist das eine feine Sache: man kann einzelnen Personen bis zu drei Simmen geben (kommulieren), gezielt Personen nicht wählen oder die Stimmen auf der Personen verschiedener Parteien verteilen (panaschieren). Das ganze macht allerdings nur dann wirklich Sinn, wenn man die meisten der aufgestellten Personen kennt, wie soll man sonst beurteilen welchen Kandidaten man aus der Liste auswählt. Das dürfte in den allermeisten Fällen nicht der Fall sein, weswegen die Möglichkeit des Panaschierens und Kommulierens die meisten Wähler nur verwirren dürfte. In Zeiten rückläufiger Wahlbeteiligungen halte ich diese Wahlform daher eher für kontraproduktiv: es werden noch weniger Leute zur Wahl gehen. Obwohl gerade für diese Wähler gilt: Man kann auch einen gesamten Stimmzettel einer Partei kennzeichnen, dann werden alle möglichen Stimmen auf alle Kandidaten der Partei verteilt. Das ist dann nicht mehr Aufwand, wie das Kreuz, da man bei der Regional- oder Europawahl machen muss.

Wer das Panaschieren und Kommulieren üben möchte, dem sei folgende Wahl-Testseite empfohlen.

Für alle, die nicht an der Briefwahl teilnehmen, heißt es: am Sonntag sind die Wahllokale geöffnet. Und ich appelliere auch diesmal wieder an alle: Geht Wählen - nutzt euer Wahlrecht!
 

Kommentare:

uli

schrieb am 13.06.09 um 21:47 Uhr
Ich fand es sehr interessant, wie wir in der Diskussion nach der Wahl festgestellt haben, dass es doch eine Listenwahl mit Ausgleichsmandaten ist (oder sein kann). Da blickt man ja wirklich kaum durch. Aber bei uns auf dem Land ist der persönliche Faktor (sprich Bekanntheitsgrad ) der Kandidaten doch sehr hoch, sodass ich hier eine Persönlichkeitswahl sehr gut finde. Auf jeden Fall ist das Stuttgart Ergebnis mal was Gutes gegen die derzeitige Tendenz der Sonntagsumfragen…….

derCobold

schrieb am 16.06.09 um 21:23 Uhr
Dass man da kaum durchblickt sehe ich eher kritisch. Eine Wahl sollte transparent verlaufen. Wenn allerdings die Auszählung so kompliziert ist, dass das Ergebnis nur von wenigen nachvollzogen werden kann, muss man sich nicht wundern wenn die Wahlbeteiligung so gering ist. Allerdings hat mich überrascht, dass doch doch viele Leute von der Möglichkeit des Kommulierens Gebrauch gemacht haben.

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